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21.05.2021

Natur aus der Flasche

Projekt Heimatapfel: Der Verbraucher ist jetzt gefordert

(Steinheimer Blickpunkt vom 20.05.2021)

Für den Erhalt lebendiger Landschaften, sowie die Stärkung der Regionalvermarktung haben am Beispiel des kreisweiten Projektes „Heimatapfel“ die Journalistin und Autorin Tanja Busse (rechts) in Ottenhausen mit (von links) Ralf Kleine, Andreas Schöttker, Bürgermeister Carsten Torke, Stephan Lücking und Heribert Gensicki geworben.

Der Naturschutz beginnt vor der Haustür! Das kreisweite Naturprojekt „Heimatapfel“ zeigt, wie der Erhalt lebendiger Landschaften sowie die Stärkung der Regionalvermarktung gelingen kann. Darüber tauschten sich im Dorfgemeinschaftshaus Ottenhausen die „Stiftung Natur • Heimat • Kultur im Steinheimer Becken” mit der in Nieheim-Eversen geborenen und jetzt in Hamburg lebenden Journalistin und Autorin Dr. Tanja Busse aus, die schon 2009 mit der Steinheimer Reineccius-Medaille geehrt wurde.
Als erstes Produkt aus dem Projekt „Heimatapfel“ ist im Rahmen des Projekts eine Apfelsaftschorle hergestellt worden, die es in den REWE- Märkten im Kreis Höxter zu kaufen gibt. Die „Heimatschorle“ ist ein echt regionales Naturprodukt, das ohne Zusatzstoffe produziert wurde. Es hat einen Fruchtanteil von 65 Prozent, dient dem Erhalt alter Streuobstwiesen und ist das sichtbare Pilotprodukt und Ergebnis der Konzeptstudie „Heimatapfel“ aus dem „Leader-Prozess“. „Wie das Produkt Apfelschorle angenommen wird, liegt jetzt ganz allein in der Hand der Verbraucher. Sonst sind unsere Ideen nichts wert,“ so Stiftungsvorsitzender Heribert Gensicki.

Mit dem heimischen Unternehmen „Graf Metternich-Quellen“ und seinem Geschäftsführer Andreas Schöttker, dem die Kulturlandschaft sehr am Herzen liegt, konnte ein fairer Partner für eine Zusammenarbeit zum Erhalt der Streuobstbestände im Kreis Höxter gefunden werden. Pro verkaufter Flasche „Heimat-Apfel-Schorle“ spendet der Mineralbrunnen acht Cent für die Pflege der Obstbäume auf den Streuobstwiesen im Kreis Höxter. „Die Apfelschorle ist das erste Gemeinwohlökonomieprojekt in der Ge- tränkebranche,“ so Schöttker, der sich über viele positive Rückmeldungen freuen kann. Auch wurden alle Steinheimer Kindergärten aufgesucht und das Getränk vorgestellt.

Wer die neue Apfelschorle genießen möchte, sollte schnell zugreifen, denn es wurden beim ersten Verfahren nur 1964 Getränkekisten abgefüllt. In einem nächsten Schritt sollen auf den Etiketten der Heimatapfelschorle die Bilder der Ortschaften aufgedruckt werden, aus denen die Äpfel kommen. Um für noch eine bessere Verbreitung zu sorgen, werden demnächst 0,33 Liter-Abfüllungen auf den Markt kommen.

Insgesamt wurden 2020 32 Tonnen Äpfel aus den Streuobstwiesen im gesamten Kreis Höxter aus Vörden, Fürstenau, Sommersell, Bredenborn, Vinsebeck, Sandebeck, Ottenhausen, Neuenheerse, Dringenberg, Oeynhau- sen, Daseburg, Istrup, Fölsen, Bökendorf, Bellersen, Warburg, Willebadessen, Nieheim, Borgholz, Rösebeck, Peckelsheim, Borgentreich, Körbecke, Rimbeck, Hohenwepel, Bühne zum Preis von 20 Euro je Doppelzentner zu den Annahmestellen geliefert, wertvolles Obst, das sonst nutzlos auf Wiesen oder an Wegrändern verrottete.

Bürgermeister Carsten Torke nannte das kreisweite Projekt ein Muster- beispiel für Regionalität, Heimat und Nachhaltigkeit, das von großer Be- deutung für kommende Generationen sei. Mit dem Projekt „Heimatapfel“ soll das ländliche Erbe, das Kulturgut „Streuobstwiese“ im gesamten Kreis Höxter mit den vielfältigen Sorten und Geschmacksrichtungen dauerhaft und nachhaltig erhalten, die Alt-Bäume in den Streuobstwiesen gepflegt sowie die Neuanlage von Streuobstwiesen und Ergänzungspflanzungen vorgenommen werden. Alle Bürgermeister seien sich darin einig. 40 „Streu- obstwiesenberater“ und Betreuer aus dem Kreis haben diese Aktion sehr kurzfristig ehrenamtlich durchgeführt und dazu viel Unterstützung durch Vereine und Aktionen mit Jugendlichen und Kindern im Kreis organisieren können. Durch die Schaffung von „Streuobstprodukten“ werden natürliche Lebensmittel ohne Zusatzstoffe als reine Naturprodukte geschaffen, ein Ansatz, der in NRW einmalig ist.

Hauptziel des Projekts ist die Nutzung und Verwertung des überschüssigen Obstes und deren „In-Wert-Setzung“ aus den 4.000 Streuobstwiesen im Kreis Höxter. Mit insgesamt über 60.000 Obstbäumen ist der Kreis Höxter ein „Hot-Spot“ an Streuobstbäumen in ganz NRW und gleichzeitig Lebens- raum für zahllose Tier- und Pflanzenarten. Das Kulturgut „Streuobstwiese“ gilt es zu erhalten, zu pflegen und eine nachhaltige Nutzung des Obstes dauerhaft durch die Produktion von Saftprodukten als Lebensmittel aus der Natur zu gewährleisten. „Wenn jetzt nicht gehandelt wird, gehen viele alte „Kultursorten“ an Obstbäumen mit gravierenden Verlusten und Nachteilen, auch für den Natur- und Artenschutz, unwiederbringlich verloren,“ sagt Heribert Gensicki.

Tanja Busse sieht den Kreis Höxter mit dem Projekt Heimatapfel im Hin- blick auf Zukunftsfähigkeit auf einem guten Weg und wünschte, dass viele weitere Produkte folgen sollten. Der Heimatapfel sei ein wichtiger Beitrag zur Lebensmitteldiversität und zur Natur in der Flasche. Damit wurden die Ideen umgesetzt, die sie mit Ralf Kleine in der ersten Gemeinwohl- ökonomie zertifizierten Stadt Deutschlands zur Schaffung eines besseren Biotop-Verbundes und Weidebewirtschaftungsansätzen im Bereich Bebertal, Emmer, Wohlberg mit Direktvermarktungsideen anregte.
Den Bürgern sollen Streuobstwiesen mit Familien-Obst- und Probiertagen und damit auf ihre historische, regionale und überregionale kulturge- schichtliche Bedeutung wieder in Bewusstsein gerückt werden. Auch Flyer sollen aufgelegt werden. Die Pflege von 5.000 Streuobstbäumen und die Neupflanzung von 1.000 Streuobstbäumen im gesamten Kreisgebiet hat bereits begonnen.

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